Hinweise und Pflichten
Hinweise und Pflichten: zulässige Schläuche, Gesundheitsamt, Schlauchbuch
Auf Festen, Märkten und Baustellen dürfen nur geprüfte Trinkwasserschläuche verlegt werden, die Wasserversorgung muss dem Gesundheitsamt angezeigt werden, und jeder Schlauch gehört mit Datum, Maßen, Menge, Einwirkzeit und Spülung ins Schlauchbuch. Diese Seite fasst zusammen, welche Anforderungen gelten, wer wofür verantwortlich ist und welche Fristen Sie einhalten müssen.
Welcher Schlauch ist zulässig?
Zulässig ist ein Trinkwasserschlauch, der nach DVGW W 543, VP 549 und VP 550 geprüft ist, dessen Werkstoff der KTW-Bewertungsgrundlage entspricht und der die Anforderungen der DVGW W 270 an die Vermehrung von Mikroorganismen erfüllt. Solche Schläuche tragen in der Regel die Aufschrift „DIN-DVGW“ mit einer Prüfnummer. Garten-, Druck- und Lebensmittelschläuche sind nicht zulässig.
| Anforderung | Regel | Quelle |
|---|---|---|
| Prüfung der Schlauchleitung | nach DVGW W 543, VP 549 und VP 550 | twin Nr. 15 |
| Werkstoff | trinkwassergeeignet; Kunststoffe nach der KTW-Bewertungsgrundlage (KTW-BWGL) des Umweltbundesamtes | §§ 14, 15 TrinkwV |
| Vermehrung von Mikroorganismen | Prüfung nach DVGW W 270; geeignete Schläuche tragen in der Regel die Aufschrift „DIN-DVGW“ und eine Prüfnummer | Merkblatt der Küstenländer |
| Eigenschaften | lichtundurchlässig, UV-beständig oder -geschützt, druckbeständig bis 10 bar | twin Nr. 15 |
| Länge | so kurz wie möglich, höchstens 40 m | twin Nr. 15, DIN 2001-2 |
| Nutzung | nur für Trinkwasser, eindeutig gekennzeichnet | twin Nr. 15 |
| Nicht zulässig | Garten-, Druck- und Lebensmittelschläuche | twin Nr. 15 |
Die Länge ist dabei nicht nur eine Obergrenze: Ein Schlauch sollte so kurz wie möglich und nur so lang wie nötig sein, denn kurze Leitungen und kleine Querschnitte halten die Verweilzeit des Wassers gering. Die Grenze von 40 m nennt die DVGW twin Nr. 15 (Stand Juni 2026) mit Verweis auf DIN 2001-2.
Ein Gartenschlauch ist auch dann kein Trinkwasserschlauch, wenn er neu ist: Die twin Nr. 15 bezeichnet Garten-, Druck- und Lebensmittelschläuche für die Trinkwasserversorgung auf Festen ausdrücklich als unzulässig.
Quellen: DVGW twin Nr. 15, Stand Juni 2026 [2]; Umweltbundesamt, KTW-Bewertungsgrundlage, Allgemeiner Teil, Stand 27.10.2025 [6]; §§ 14, 15 TrinkwV [7]; Merkblatt des Arbeitskreises der Küstenländer für Schiffshygiene (Quelle für die Kennzeichnung „DIN-DVGW“ mit Prüfnummer).
Was will das Gesundheitsamt sehen?
Das Gesundheitsamt erwartet, dass die zeitweilige Wasserversorgungsanlage angezeigt ist, dass nur geprüfte und vor dem Einsatz desinfizierte Schläuche verlegt sind, dass Hydrant und Standrohr gespült wurden, dass täglich gespült und kontrolliert wird, dass jeder Stand mit einer eigenen Sicherungseinrichtung angeschlossen ist und dass die Ergebnisse im Betriebsbuch stehen.
| Pflicht | Regel | Quelle |
|---|---|---|
| Anzeige beim Gesundheitsamt | Errichtung, Inbetriebnahme und voraussichtliche Dauer der zeitweiligen Wasserversorgungsanlage so früh wie möglich anzeigen; Stilllegung innerhalb von drei Tagen | § 11 Abs. 3 TrinkwV, twin Nr. 15 |
| Hydrant und Standrohr spülen | vor dem Verlegen mindestens 5, besser 10 Minuten bei voll geöffnetem Hydranten | twin Nr. 15 |
| Schläuche vor dem Einsatz desinfizieren | nur geprüfte Trinkwasserschläuche; erstmals oder lange gelagert: zweimal behandeln | Herstellerangabe biostream® |
| Täglich spülen und kontrollieren | Leitungen jeden Morgen spülen; oberirdische Leitungen und Verteilstation täglich prüfen; Ergebnisse im Betriebsbuch festhalten | twin Nr. 15, DIN 2001-2 |
| Sicherungseinrichtung (Rückflussverhinderer) | Anschluss jedes Standes nur direkt an der Verteilstation, jeweils mit eigener Sicherungseinrichtung | DIN EN 1717, DIN 1988-100 |
| Untersuchen lassen | Probenahme auf coliforme Bakterien, E. coli und Koloniezahl bei 22 °C und 36 °C durch ein zugelassenes Labor, so früh, dass die Ergebnisse vor dem Start vorliegen | twin Nr. 15 |
| Beispiel Dresden | Das Ordnungsamt der Stadt Dresden verlangt für Stände auf dem Weihnachtsmarkt ein „Hygienezeugnis“, das die Desinfektion des Verkaufsstands bestätigt | biostream.de, Stand 23.09.2026 |
Manche Städte verlangen einen eigenen Nachweis. Das Ordnungsamt der Stadt Dresden zum Beispiel verlangt für Stände auf dem Weihnachtsmarkt ein „Hygienezeugnis“, das die Desinfektion des Verkaufsstands bestätigt. Fragen Sie deshalb früh bei der Stadt oder beim Veranstalter nach, welche Unterlagen vor Ort erwartet werden.
Quellen: § 11 Abs. 3 TrinkwV [7]; DVGW twin Nr. 15, Stand Juni 2026 [2]; DIN 2001-2; DIN EN 1717 und DIN 1988-100; Beispiel Dresden: biostream® GmbH, Stand 23.09.2026 [4].
Wer ist wofür verantwortlich?
Das Wasserversorgungsunternehmen ist bis zum Hydranten einschließlich Standrohr und Sicherungseinrichtung verantwortlich, der Veranstalter vom Hydranten bis zur Trinkwasserverteilstation und jeder Standbetreiber ab der Verteilstation für seine eigene Anlage einschließlich der Schlauchleitungen.
- Wasserversorgungsunternehmen bis zum Hydranten einschließlich Standrohr und Sicherungseinrichtung
- Veranstalter vom Hydranten bis zur Trinkwasserverteilstation
- Standbetreiber ab der Verteilstation für die eigene Anlage einschließlich der Schlauchleitungen
Für Standbetreiber heißt das: Der Schlauch zwischen Verteilstation und Stand ist Ihre Anlage, auch wenn der Veranstalter die Verteilstation stellt. Jeder Stand wird direkt an der Verteilstation angeschlossen, jeweils mit eigener Sicherungseinrichtung nach DIN EN 1717. Was das für die einzelnen Gruppen bedeutet, beschreiben die Seiten zu den Einsatzgebieten.
Quelle: DVGW twin Nr. 15 „Hinweise zur Trinkwasserversorgung auf Volksfesten und ähnlichen Veranstaltungen“, Stand Juni 2026 [2]. Die Zuständigkeiten können im Einzelfall anders verteilt sein und sollten vorab geklärt werden.
Welche Fristen gelten?
Die Fristen reichen von der Anzeige beim Gesundheitsamt so früh wie möglich bis zur Meldung der Stilllegung innerhalb von drei Tagen nach dem Ende; dazwischen liegen das Spülen des Hydranten vor dem Verlegen, die Desinfektion der Schläuche vor dem Einsatz, die Probenahme vor dem Start und die tägliche Kontrolle.
- So früh wie möglichSie zeigen Errichtung, Inbetriebnahme und voraussichtliche Dauer der zeitweiligen Wasserversorgungsanlage beim Gesundheitsamt an (§ 11 Abs. 3 TrinkwV).
- Vor dem Verlegen der LeitungenHydrant und Standrohr werden mindestens 5, besser 10 Minuten bei voll geöffnetem Hydranten gespült.
- Vor dem Einsatz, rund 4 Stunden vorher beginnenSie desinfizieren die Schläuche; erstmals eingesetzte oder lange gelagerte Schläuche behandeln Sie zweimal und beginnen dann rund 5 Stunden vorher.
- So früh, dass die Ergebnisse vor dem Start vorliegenEin zugelassenes Labor nimmt Proben und untersucht sie auf coliforme Bakterien, E. coli und die Koloniezahl bei 22 °C und 36 °C.
- Täglich während der VeranstaltungSie spülen die Leitungen jeden Morgen, prüfen die oberirdischen Leitungen und die Verteilstation und halten die Ergebnisse im Betriebsbuch fest.
- Innerhalb von drei Tagen nach dem EndeSie melden dem Gesundheitsamt die Stilllegung der Anlage.
Zeigt die Untersuchung Mängel, werden die betroffenen Bereiche zunächst gründlich gespült und gegebenenfalls nach den DVGW-Arbeitsblättern W 551-3 und W 291 mit zugelassenen Mitteln desinfiziert; anschließend wird erneut gespült. Diese Anlagendesinfektion führt ein Fachunternehmen durch.
Quellen: § 11 Abs. 3 TrinkwV [7]; DVGW twin Nr. 15, Stand Juni 2026 [2]; DIN 2001-2; Zeitplan der Desinfektion: Herstellerangabe biostream® GmbH, Stand 23.09.2026 [4].
Wie führe ich das Schlauchbuch?
Sie führen je Schlauch eine Zeile mit Datum, Schlauch-Nummer, Prüfnummer, Innendurchmesser und Länge, Wasservolumen, Menge biostream® ZERO, Einwirkzeit, Spülung, gemessenem Restgehalt und Unterschrift; diese Aufzeichnungen gehören in das Betriebsbuch nach DIN 2001-2.
Muster einer Zeile
Die Wassermenge und die Menge biostream® ZERO liefert Ihnen der Schlauch-Rechner auf biostream.de; die übrigen Angaben tragen Sie beim Desinfizieren ein.
Datum: ____________ · Schlauch-Nr.: ______ · DIN-DVGW-Prüfnr.: __________ · Innen-Ø ____ mm · Länge ____ m · Volumen ____ l · biostream® ZERO ____ ml (10 ml/l) · Einwirkzeit 60 min · gespült (1× Trinkwasser): ____ · Rest-ClO₂ höchstens 0,2 mg/l, gemessen: ____ · Unterschrift: ____________
Vorlage zum Ausdrucken (DIN A4 quer) Werte im Schlauch-Rechner berechnen (biostream.de, neues Fenster)
Dies ist ein Muster zum Ausfüllen und keine Bescheinigung. Das Schlauchbuch führen Sie selbst; es ersetzt keine Untersuchung durch ein zugelassenes Labor.
Heben Sie neben dem Schlauchbuch auch den Kaufbeleg und die Prüfbescheinigung des Schlauchs auf. Wer beim Gesundheitsamt zeigen kann, wann welcher Schlauch gekauft, eingesetzt und desinfiziert wurde, hat die meisten Fragen schon beantwortet.
Quellen: DIN 2001-2; DVGW twin Nr. 15, Stand Juni 2026 [2]; Dosierung, Einwirkzeit und Restgehalt: Herstellerangabe biostream® GmbH, Stand 23.09.2026 [4].
Was hat sich in der Praxis bewährt?
Bewährt haben sich kurze Wege, eindeutig gekennzeichnete Schläuche, Schutz vor Sonne und Hitze, eine tägliche Sichtkontrolle und der Grundsatz, dass Kupplungen und offene Schlauchenden niemals auf dem Boden liegen.
- Kurze Wege, kleine Querschnitte: Je kürzer der Schlauch, desto weniger Wasser steht darin und desto geringer ist die Verweilzeit. Vermeiden Sie Schlaufen und Reserveschlauch, der nur Wasser stehen lässt.
- Kennzeichnen: Markieren Sie Ihre Trinkwasserschläuche dauerhaft, damit sie nicht mit Abwasser- oder Gartenschläuchen verwechselt werden, und führen Sie sie im Schlauchbuch mit Nummer.
- Vor Sonne schützen: Verlegen Sie Schläuche möglichst im Schatten oder decken Sie sie ab. Die DVGW twin Nr. 15 verlangt lichtundurchlässige, UV-beständige oder UV-geschützte Schläuche.
- Stehendes Wasser ablaufen lassen: Spülen Sie jeden Morgen, bevor Sie Wasser abgeben, und lassen Sie Wasser ablaufen, das länger im Schlauch stand.
- Kupplungen nicht auf den Boden: Legen Sie offene Schlauchenden, Kupplungen und Armaturen nie auf den Boden, sondern auf eine saubere Unterlage, und verschließen Sie sie mit Blindkupplungen und Stopfen.
- Täglich hinsehen: Prüfen Sie Kupplungen auf Dichtheit und die Schläuche auf Knicke, Risse und Verschmutzung; tauschen Sie beschädigte Schläuche aus.
Quelle: DVGW twin Nr. 15, Stand Juni 2026 [2]; Lagerung und Handhabung: Herstellerangabe biostream® GmbH, Stand 23.09.2026 [4].
Wie lagere ich die Schläuche nach dem Fest?
Lagern Sie Trinkwasserschläuche trocken und verschlossen. Prüfen Sie Schläuche und Bauteile nach dem Abbau auf Beschädigungen, spülen Sie die Schläuche durch, entleeren Sie sie vollständig und lassen Sie die Innenwände möglichst ganz trocknen. Verschließen Sie die Schläuche anschließend mit Blindkupplungen und Stopfen und bewahren Sie sie an einem trockenen, hygienisch einwandfreien Ort auf. Kupplungen, Armaturen und offene Schläuche gehören wegen der Verschmutzungsgefahr nie auf den Boden.
Vor dem nächsten Einsatz behandeln Sie gelagerte Schläuche zweimal. Wie das geht, zeigt die Anleitung in sechs Schritten.
Quelle: biostream® GmbH, Anleitung zur Schlauchdesinfektion, Stand 23.09.2026 [4].
Bestellen
biostream® ZERO gibt es im Shop in drei Gebinden. Wie viel Sie für Ihren Schlauch brauchen, zeigt der Schlauch-Rechner auf biostream.de. Größere Mengen liefern wir direkt.
- 250 mlmit Tablette im Deckel
- 1000 mlFlüssig- und Feststoff-Komponente getrennt
- 5 LiterFlüssig- und Feststoff-Komponente getrennt
Weitere Gebindegrößen liefern wir direkt, vom 25-Liter-Gebinde bis zum Tankwagen mit 20.000 Litern.
Menge für Ihren Schlauch berechnen (Schlauch-Rechner auf biostream.de, neues Fenster)
Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.
Haben Sie Fragen zu Ihren Schläuchen? Sie erreichen uns unter +49-(0)5138-708 78 38 (täglich 8–15 Uhr, freitags bis 12 Uhr) oder per E-Mail an info@biostream.de. Die Dosiertabelle finden Sie im Infoblatt zur Schlauchdesinfektion (PDF).
Den Link zum Sicherheitsdatenblatt finden Sie nach dem Kauf auf Ihrer Rechnung. biostream® ZERO ist ein Biozidprodukt zur Desinfektion von Wasser und nicht zum Einnehmen bestimmt; die biostream® GmbH distanziert sich von MMS und CDL.